Tammensiel 4, Pellworm

Das Bauvorhaben befindet sich auf der Ferieninsel Pellworm in Tammensiel 4. Nördlich des Gebäudes schließ der Hafenbecken an, wo die lokalen Fischer-Kutter anlegen. Die Insel wird über die L 97 verkehrstechnisch an das Festland angeschlossen und bildet somit die Hauptverkehrsader. Die Landstraße verläuft entlang der Westfassade. Die tägliche Verkehrsanzahl liegt gem. LBV.SH bei 974 Fahrzeuge. Der Baukörper liegt vor der Deichlinie, wodurch er regelmäßig bei Stürmen überflutet wird.

 

Das Gebäude wurde vermutlich Anfang bzw. Mitte des 19. Jahrhunderts als ein L-förmiges, 2-geschossiges Gebäude mit einem Mansarddach erbaut. Von Anfang an wurde es als ein Gasthof genutzt. Dort wurden ein kleiner und ein großer Saal für die Bewirtung untergebracht, sowie mehrere Unterkünfte in den oberen Geschossen. Das Bauwerk, hat im Laufe der Zeit mehrere Umbauten, Sanierung sowie Erweiterungen erfahren. Im Zuge dessen sind die Garage auf der Süd- sowie das Zelt auf der Ostfassade hinzugekommen. Der große Saal wurde zu Ferienwohnungen umfunktioniert. Hierfür wurde die lichte Raumhöhe reduziert und die Fenstergröße und -form angepasst. Das Mansarddach ist jedoch in seiner Ursprungsform erhalten geblieben. Im östlichen Gebäudeflügel inkl. angebauten Zelt befindet sich zurzeit der Hafenpub. Die restlichen Flächen sind im Besitz des Restaurants Nordseeblick GmbH.

 

Konzept Neubau

 

Das aktuelle Projekt sieht vor durch eine Geschosserweiterung 15 Ferienwohnungen in einer Größe von 40 bis 75 m² zu generieren. Hierfür soll das Mansarddach komplett entfernt und dafür ein weiteres Vollgeschoss und ein Staffelgeschoss mit einem Flachdacht errichtet werden. Die im Süden gelegene Garage wird entfernt. An dieser Stelle kommt ein neuer Anbau über vier Geschosse. Das Gebäude wird über zwei Treppenhäuser erschlossen, die jeweils einen außenliegenden Aufzug haben. Das im Anbau integrierte südliche TRH ist ein Zwei-Spänner. Die insgesamt sechs Ferienwohnungen, die über das Treppenhaus erschlossen werden, sind barrierefrei gem. LBauO Schleswig-Holstein. Das nördliche TRH ist ein 4-Spänner im 1. und 2. OG. Im 3. OG (Staffelgeschoss) werden darüber drei Wohnungen erschlossen.

 

Im Südflügel des Erdgeschosses befindet sich das Restaurant Nordseeblick. Der neue Anbau beherbergt Abstellflächen für den Hafenpub und das „Nordseeblick“. Im Zuge der Baumaßnahme, wird der Gastronomiebereich unter Umständen neu organisiert. Der Hafenpub wird nicht umgebaut. Sind jedoch in diesem Bereich statische oder konstruktive Anpassungen an das Bauwerk notwendig, so werden diese hier vorgenommen werden müssen. 

 

Der Ostflügel des 1. Obergeschosses ist durch zwei Ferienwohnungen des Hafenpub-Betreibers belegt. Diese sind, wie im EG, kein Bestandteil der Umplanungsmaßnahmen. Werden jedoch bei Bedarf konstruktiv optimiert werden müssen. 

 

Auf der restlichen Fläche des 1. Obergeschosses werden vier Ferienwohnungen mit einer Größe zwischen 64 m² und 80 m² errichtet. Drei Wohnungen erhalten ca. 6 m² große Ost-Balkone, die mit Abstellräumen ausgestattet sind. Die Eckwohnung hat einen ca. 1m² großen Balkonaustritt auf der nord-westlichen Gebäudeecke. 

 

Das gesamte 2. Obergeschoss wird mit sechs neuen Ferienwohnungen ausgebaut. Die Wohnungsgrößen reichen von ca. 54 m² bis ca. 80 m². In diesem Geschoss erhalten nur die Wohnungen des Süd-Flügels Balkone nach Osten inkl. Abstellräume. Die 5 Wohnungen im Staffelgeschoss erhalten großzügige Dachterrassen entlang der West-Fassade, sowie eine weitere am Ende des Ostflügels. Die Wohnungen des Südflügels bekommen zusätzlich, wie die Wohnungen darunter, Balkone mit Abstellräumen.

 

Um die Aufstockung des Gebäudes realisieren zu können, werden umfangreiche konstruktive Eingriffe notwendig sein. Ein endgültiges statisches Konzept wurde bisher nicht festgelegt. Die besprochenen und erörterten Möglichkeiten der Lastabtragung sind den Protokollen zu entnehmen.

 

Fassade

 

Für das Gebäude oder dessen Fassade besteht kein Denkmalschutz. Gleichwohl ist die Absicht des Bauherrn die historische Fassade durch Sanierung zu erhalten und zum Teil wiederherzustellen. So sollen die ursprüngliche Größe und Form der Fenster des großen Saals in der Fassadengestaltung wieder ihren Platz finden. Die originalen Farben und Muster werden in das Farbkonzept aufgenommen.

 

Die Fassade der neuen Gebäudelemente (das Staffelgeschoss und der Anbau) soll sich durch eine Vorhangfassade deutlich vom Bestand abheben. Eine Wahl des Materials steht zu diesem Zeitpunkt noch nicht fest.