August-Krogmann-Straße, Hamburg

Neubau von insgesamt 6 Gebäuden mit 142 öffentlich geförderten Wohneinheiten

STÄDTEBAU

Das Neubauquartier besteht aus zwei Höfen mit insgesamt 6 Gebäuden und einer Gesamtwohnfläche von 9.250 m2. Auf die Ausbildung von ungleichschenkeligen Winkelgebäuden wurde aus ökonomischen Gründen verzichtet. Da sich das Neubaugrundstück im Grünen befindet, besteht aus städtebaulicher Sicht kein Grund die Ecken zu schliessen. Vielmehr sollen fließende Räume entstehen. Die Baukörper sind derart ausgerichtet, dass sich die Wohnräume nach Westen oder Süden orientieren. Die Geschossigkeit wurde so gewählt, dass die gegenseitige Verschattung minimiert wird.
Die Erschließung erfolgt von Osten und Norden. Der ruhende Verkehr wird in einer Tiefgarage mit 109 Stellplätzen untergebracht. Die Stellplätze für die barrierefreien Wohnungen befinden sich oberirdisch in der Nähe der Hauseingänge. Aus ökonomischen Gründen werden Baugrenzen überschritten und winkelförmige Gebäude zu Riegeln umgeplant.

GEBÄUDEKONZEPT

Die Gebäudeabmessungen beschränken sich auf drei Riegeltypen mit einheitlicher Gebäudetiefe, jedoch mit unterschiedlicher Länge und Höhe (3 bis 4 Geschosse mit Staffel). Auf die Ausbildung von Ecktypen wurde verzichtet um die Ausbildung von Brandüberschlagsbereichen, übergroße Eckgrundrisse und schlechte Belichtung zu vermeiden. Die Anzahl erforderlicher Treppenhäuser (10 Stück für 142 WE) sowie deren Größe wurde minimiert. Dadruch beträgt das Verhältnis von Wohnfläche zu BGF (R) (exkl. KG) 0,76.
Durch die Unterbringung von Fahrradstellplätzen in der Tiefgarage und Konzentrierung der Keller-Abstellräume in Typ 1 konnte bei 3 Gebäuden auf eine Unterkellerung verzichtet werden.
Zugunsten der Wohnfläche wurde auf den Einbau von Aufzügen verzichtet. Die Größe der Wohnungen orientiert sich an den Vorgaben des 1.Förderweges der IFB Hamburg. Alle EG-Wohnungen sind barrierefrei nach § 52 HBauO geplant. Alle Wohneinheiten verfügen über Terrassen oder Balkone.

BAUKONSTRUKTION

Die Gebäudekonstruktion erfolgt in konventioneller Bauweise. Nur Haustyp 1 ist vollunterkellert. Kelleraußenwände und Sohlplatten werden in WU-Beton ausgeführt, tragende Außen- u. Innenwände in 17,5cm Kalksandstein. Die Fassade wird als vollständig mineralisches Wärmedämmverbundsystem ausgebildet. Die Dächer sind als WU-Dächer mit extensiver Dachbegrünung geplant. Die Balkone werden als Fertigteilbalkone mit Isokorb ausgeführt. Die Kunststoff-Fenster erhalten eine Dreifach-Verglasung.

GESTALTUNG

Die Fassaden leben vom Kontrast der glatt geputzten weißen Flächen zu den farbig-strukturierten Putzflächen. Als Putzstruktur ist ein unregelmäßiger, vertikaler Besenstrich geplant. Die Farbigkeit beschränkt sich auf drei Farbtöne im Spektrum sandfarben bis warm monochrom. Bei den dreigeschossigen Gebäuden beschränken sich die strukturierten Putzflächen auf die Sockelzone. Die Hauseingänge werden durch die sich „herausdrehenden“ Vordächer und eine großzügige Verglasung deutlich markiert.

FREIANLAGEN

- Ruhige Blockinnenräume
- Kinderspielplätze in den Hofbereichen (soziale Kontrolle)
- Fahrrad-Remisen in Nähe der Hauseingänge bzw. in der Tiefgarage
- Minimierung versiegelter Flächen
- Autofreie Innenhöfe

GEBÄUDETECHNIK

- Energetischer Standard gem. Effizienzhaus KfW 55 (bei fPE<0,57 der Fernwärme, mit bauseitigem BHKW durch einen Contractor)
- Heizung über stat. Heizflächen (Heizkörper)
- Lüftung: dezentrale Zuluft über feuchtigkeitsgesteuerte ALDs in den Fensterrahmen; Abluft über Feuchträume ohne Wärmerückgewinnung

ZUSAMMENFASSUNG DER KOSTENEINSPARUNGSMASSNAHMEN

- Reduktion der Kellerflächen auf 3 Gebäude; Einsparung von 1.258 m2 BGF
- Reduktion der Anzahl an Treppenhäuser; Einsatz überwiegend von 4-Spännern
- Reduktion der Treppenhausflächen
- Verzicht auf Loggien sowie Gebäude-Vor- und -Rücksprünge
- Reduktion der Außenwandstärke
- Lichte Raumhöhe von 2,45m
- Keine Materialwechsel in der Fassade
- Einsatz eines vollständig mineralischen Fassadensystems
- Verzicht auf Aufzüge zugunsten 426m2 zusätzlicher Wohnfläche
- Erzielung einer sehr hohen Effizienz von 0,76
- Bildung von ausschließlich riegelförmigen Gebäuden; keine winkelförmigen Häuser
- Typisierung der Gebäude; 6 Gebäude aber nur 3 Haustypen
- Verzicht auf Verblendmauerwerk zugunsten Putzfassaden
- Einsatz einer intelligenten Lüftung
- Anpassung des Ausbaustandards:
- Treppenhaus-Geschosspodeste mit Bodenfliesen, Läufe und Zwischenpodeste mit Beschichtung
- Wandfliesen im TRH nur EG bis KG, ca. 1,20m hoch
- Alle Wände o. Malervlies nur mit Anstrich
- Bodenbelag mit PVC-Planke
- Decken als Filigrandecken (natur) o. Spachtelung, o. Anstrich
- Fußboden- und Wandfliesen, Materialpreis 15 €/m2 netto
- Keine Tischler-Einbauten für Abstellräume in den WE
- Verzicht auf Oberschränke in den Küchen
- Verkürzung der Bauzeit durch Minimierung der Anzahl der Gewerke (geringe Wartezeiten)
- Vereinfachung der Planung (Typengrundrisse, Beschränkung auf wenige Fenstergrößen)

NACHHALTIGKEIT

- Einsatz von Low-Tec. im Bereich TGA
- Ausbildung von extensiv begrünten Dachflächen als Retensionsflächen (Schonung vorh. Sielanlagen)
- Verzicht von EPS als Fassadendämmmaterial
- Durch Reduktion der Gebäudekubatur (im Verhältnis zur Wohnfläche) erfolgt ein nachhaltiger Einsatz von grauer Energie. Die zur Errichtung der Gebäude eingesetzten Ressourcen werden geschont.